Forum Flex Workshop: Picturing Our Future

© Ulrike Sylla

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Am 10.–11. März 2026 trafen sich 24 Forschende aus Helmholtz-Zentren und Partnerorganisationen am Telegrafenberg in Potsdam zum Forum-Flex-Workshop „Picturing Our Future“. Das Workshopformat von Mittag zu Mittag bot Raum für interdisziplinären Austausch darüber, wie ko-kreative Ansätze die zukünftige Forschung zu Klimarisiken und Unsicherheiten im Forschungsbereich Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft mitgestalten können.

Der Workshop wurde von Maria Hörhold (AWI) gemeinsam mit Kolleg:innen aus AWI, GFZ, RIFS und GEOMAR initiiert. Zu den Teilnehmenden gehörten Forschende aus Helmholtz-Zentren sowie Vertreter:innen von Partnerorganisationen wie der Leibniz Universität Hannover, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und Climate Analytics. Der Workshop knüpfte an frühere Diskussionen aus einer Breakout-Session beim jährlichen Topic-2-Treffen des Helmholtz-Forschungsprogramms „Changing Earth – Sustaining our Future“ an und entwickelte die Idee weiter, Klimarisiken und Unsicherheiten als übergreifendes, ko-kreatives Forschungsthema im kommenden PoF-V-Programm zu etablieren.

Nach einer informellen Eröffnung bot der erste Tag Impulsvorträge aus Klimaforschung, Sozialwissenschaften, Nachhaltigkeitsforschung und Bevölkerungsschutz. Christina Nikogosian (BBK) beleuchtete die Rolle von Klimainformationen im Bevölkerungsschutz und in der zivilen Verteidigung. Pia-Johanna Schweizer (RIFS) ging auf die Einbindung gesellschaftlicher Akteure im Umgang mit Klima- und systemischen Risiken ein. Thom Laepple (AWI) fasste den aktuellen Stand des Klimawandels und seiner gesellschaftlichen Risiken zusammen, während Tanja Bogusz (Leibniz Universität Hannover) Ansätze zur Verbindung von Sozial- und Naturwissenschaften vorstellte und damit den Rahmen für die anschließenden Diskussionen zur Ko-Kreation setzte. Insgesamt verdeutlichten die Beiträge die enge Verflechtung von Klimarisiken mit wissenschaftlichen Disziplinen sowie mit kulturellen und politischen Kontexten.

In den anschließenden Sessions entwickelten die Teilnehmenden mögliche Projektideen, die als Beispiele dienen können, um die Lücke zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und gesellschaftlichem Handeln zu überbrücken. Ein besonderer Fokus lag auf der Identifikation relevanter Stakeholder sowie auf der Frage, wie gemeinsame Wissensproduktion über Disziplingrenzen hinweg und mit gesellschaftlichen Akteuren praktisch umgesetzt werden kann. Durch offenes Brainstorming entstand eine vielfältige Sammlung an Projektideen.

Das gemeinsame Abendessen bot im informellen Format „Auf ein Wort mit …“ zusätzliche Gelegenheiten zum Austausch. Zu den Gästen zählten der Filmemacher Florian Heinzen-Ziob, der an der Dokumentation Das Gewicht der Welt über drei Naturwissenschaftler:innen und ihren Umgang mit der Klimakrise arbeitet, Christina Nikogosian (BBK), die Einblicke in ihre Arbeit im Bevölkerungsschutz gab, sowie Dalia Kellou (Climate Analytics), die Perspektiven zu Anpassung und Risikoanalyse einbrachte. Diese Gespräche erweiterten den Workshop um Einblicke in unterschiedliche berufliche Kontexte und Wege, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen – in öffentlichen Institutionen, im Zivilschutz und in der Privatwirtschaft.

Am zweiten Tag wurden die Projektideen erneut aufgegriffen und weiter ausgearbeitet. Für die meisten Ideen wurden verantwortliche Personen benannt, die die nächsten Schritte koordinieren. Die Vorschläge reichten von praxisnahen Ansätzen – etwa der Bereitstellung von Klimainformationen für Behörden – bis hin zu konzeptionellen Arbeiten wie der Entwicklung von Rahmenkonzepten für ko-kreative Risikoforschung. Storyline- und szenariobasierte Ansätze wurden als besonders vielversprechend hervorgehoben, da sie helfen, mögliche Klimazukünfte greifbarer zu machen und gemeinsame Räume für die Auseinandersetzung mit möglichen Entwicklungen und Handlungsoptionen zu schaffen. Anstatt die Zukunft vorherzusagen, ermöglichen diese Ansätze die Einbindung lokaler Gemeinschaften und relevanter Akteure und fördern eine gemeinsame Reflexion über plausible Risiken und damit verbundene Entscheidungen.

Die Teilnehmenden betonten, dass Klimarisiken und Unsicherheiten eine zentrale Schnittstelle zwischen Erdsystemwissenschaften, Risikoforschung und Sozialwissenschaften darstellen und somit als integratives Element im zukünftigen Forschungsprogramm dienen können.

Der Workshop wurde initiiert von Maria Hörhold (AWI), Jan Saynisch-Wagner (GFZ), Benjamin Hofbauer (RIFS), Pia-Johanna Schweizer (RIFS) und Stephan Juricke (GEOMAR).