Kick-Off Workshop des ACT-AQ Projekts

© Helmholtz-Forum Erde und Umwelt

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ACT-AQ Kick-off: Auftakt für ein neues Forschungsprojekt zur Luftqualität

Am 8. und 9. Juli 2026 veranstaltete das Helmholtz-Forum Erde und Umwelt den Kick-off Workshop des Projekts ACT-AQ- ACTing to improve Air Quality – in der KDM Lounge des Internationalen Maritimen Museums Hamburg. Mehr als 20 Forschende aus den Helmholtz-Zentren Hereon, Forschungszentrum Jülich, KIT, RIFS und Helmholtz Munich sowie dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) nahmen an der Auftaktveranstaltung teil, außerdem beteiligten sich Vertreter:innen von Umweltbehörden, wodurch diese direkt zu Projektbeginn mit eingebunden wurden.

Im Zentrum des Projekts stehen ultrafeine Partikel (UFP) und Ozon – zwei Schadstoffe, die von der überarbeiteten europäischen Luftqualitätsrichtlinie (Ambient Air Quality Directive, AAQD) bislang nur unzureichend adressiert werden. Die neue Richtlinie muss in Deutschland bis Ende 2026 in nationales Recht umgesetzt und die neuen Grenzwerte müssen von den EU-Mitgliedstaaten bis 2030 eingehalten werden; ACT-AQ will diesen Prozess wissenschaftlich begleiten und Behörden auf Länder- und Bundesebene mit belastbaren Grundlagen unterstützen.

Am ersten Tag stellte Projektleiter Dr. Volker Matthias (Hereon) das Konsortium, die Projektziele und den Zeitplan vor. Der Kick-off sollte vor allem der Vernetzung dienen sowie dazu, gemeinsame Prioritäten und Wissenslücken zu identifizieren. In Arbeitsgruppen entwickelten die Forschenden erste Konzepte für zwei geplante Synthese-Publikationen zu den Themen Ozon und UFP. Ergänzend widmete sich ein Impulsvortrag von Dr. Felix Beyers (RIFS) der Frage, wie sich gesellschaftliche Wirkung im Projekt sichtbar machen und reflektieren lässt. Das Projekt soll durch wirkungsorientierte Begleitforschung kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt werden.

Am zweiten Tag ordneten zwei Keynotes das Projekt in den politischen Kontext ein: Jutta Paulus, Berichterstatterin für die AAQD im Europäischen Parlament, zeichnete die Entstehung der überarbeiteten Richtlinie nach. Jörg Lühmann von der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) berichtete aus Sicht der Behörden und benannte konkrete Forschungsfragen an die Wissenschaft. In der anschließenden Diskussion, an der unter anderem auch Andreas Kerschbaumer aus der Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkher und Klimaschutz teilnahm, wurde deutlich, wie wertvoll der enge Austausch zwischen Wissenschaft und Verwaltung ist, um wirksame Maßnahmen gegen Luftverschmutzung voranzubringen.

Im weiteren Verlauf stellte Bettina Steuri (GERICS) ein strukturiertes Stakeholder-Mapping vor, aus dem im November 2026 ein erster Stakeholder-Workshop mit Vertreter:innen aus Behörden, Politik, Wirtschaft und NGOs hervorgehen soll. Zum Abschluss verständigte sich das Konsortium auf die weitere Projektstruktur mit regelmäßigen Jour Fixes sowie Schreibgruppen für die beiden geplanten Review-Paper.