Methanentfernung: Eine kritische Bewertung und Forschungsagenda
© Helmholtz-Forum Erde und Umwelt
Es gilt inzwischen als nahezu sicher, dass wir die 1,5°C-Grenze der globalen Erwärmung im kommenden Jahrzehnt überschreiten werden. Dies macht die Dringlichkeit, Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen umso relevanter, wodurch nach Erreichen eines Temperaturmaximums ein allmählicher Temperaturrückgang erreicht werden könnte. In diesem Zusammenhang spielt die Minderung von Methan (CH4) eine entscheidende Rolle: Ein Szenario, welches die Begrenzung der Erwärmung auf 2° ermöglicht, würde eine Reduktion der CH4-Emissionen um rund 40 % bis 2040 (gegenüber dem Niveau von 2019) erfordern. Tatsächlich steigen die globalen Emissionen jedoch weiter an. Da CH4 über einen Zeitraum von 20 Jahren eine 80-mal stärkere Erwärmungswirkung als CO2 hat, mehren sich die Vorschläge für Atmospheric Methane Removal (AMR) – analog zu Carbon Dioxide Removal (CDR), jedoch für Methan. Derzeit existieren noch keine verfügbaren Technologien für AMR, es handelt sich um ein sehr junges, aufstrebendes Forschungsfeld. Während einige Wissenschaftler:innen argumentieren, dass wir AMR künftig benötigen werden, um unsere Klimaziele zu erreichen, vertreten andere die Auffassung, dass angesichts der zu erwartenden hohen Kosten von AMR eine Investition in Methanminderung oder die Weiterentwicklung bereits existierender CDR Methoden die Ressourcen sinnvoller nutzen würde. Dieses Projekt führt eine kritische Bewertung potenzieller AMR-Technologien durch und untersucht mögliche Vorteile und Risiken der unterschiedlichen Ansätze. Auf Grundlage dieser Bewertung identifizieren wir die vielversprechendsten Ansätze und formulieren darauf aufbauend eine Forschungsagenda für AMR, die die Frühphase der Forschung zu diesem Thema anleiten und begleiten soll. Damit zielt das Projekt darauf ab, die relevanten politischen Entscheidungsträger:innen – insbesondere auf deutscher Bundesebene – zu informieren und den Austausch anzustoßen.
Beteiligte Zentren
Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit am GFZ (RIFS), GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Alfred-Wegener-Institut (AWI)
Leitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Kathleen Mar (RIFS/GFZ), Ralf Sussmann (KIT/IMK-IFU)
Teilnehmende in der Diskussion ©Helmholtz-Forum Erde und Umwelt
Kick-Off
Am 15. und 16. Oktober 2026 veranstaltete das Projekt „Methane Removal“ des Helmholtz-Forums Erde und Umwelt seinen Kick-Off-Workshop in Berlin, um das Forschungskonsortium zu vernetzen und die gemeinsame Projektarbeit vorzubereiten. In Fachvorträgen und Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden verschiedene Ansätze zur atmosphärischen Methanentfernung, ihre Potenziale und Risiken sowie die geplante wissenschaftliche Synthesepublikation und Forschungsagenda. Ein Roundtable mit Vertretern aus Politik und Praxis beleuchtete zudem politische Rahmenbedingungen und offene Forschungsfragen.
Den Bericht zum Workshop finden Sie hier.
Kontakt
Dr. Kathleen Mar (RIFS/GFZ): kathleen.mar@rifs-potsdam.de
PD Dr. Ralf Sussmann (KIT/IMK-IFU): ralf.sussmann@kit.edu
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