Helmholtz-Forum Erde und Umwelt nimmt Stellung zur europäischen PFAS-Beschränkung

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Das Helmholtz-Forum Erde und Umwelt hat im Mai 2026 eine Stellungnahme zur vorgeschlagenen EU-weiten PFAS-Beschränkung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) eingereicht. Die Stellungnahme richtet sich an das Committee for Socio-Economic Analysis (SEAC) und wurde gemeinsam mit Forschenden von UFZ, Hereon, RIFS und DZNE erarbeitet. Sie baut auf den Ergebnissen des SynCom (jetzt: Helmholtz-Forum Erde und Umwelt) Projekts ModHaz sowie einem 2025 veröffentlichten Policy Brief zur Chemikalienregulierung auf.

PFAS sind persistent, mobil und grenzüberschreitend transportierbar – und bleiben nach ihrer Freisetzung kaum rückholbar. Die Stellungnahme stützt sich auf aktuelle Forschung zu Gesundheits- und Umweltrisiken: Reale PFAS-Gemische können die Plazentafunktion beeinträchtigen (Yu Xia et al., Environmental Research, 2025); Pflanzenschutzmittel sind eine bedeutende Quelle für Trifluoracetat in Gewässern (Joerss et al., Environment International, 2024); selbst Ersatzstoffe wie HFPO-DA wurden bereits in der Arktis nachgewiesen (Joerss et al., Environmental Science & Technology, 2020); und niedrige PFAS-Konzentrationen im Blut sind mit ungünstigen Blutfettwerten und erhöhtem kardiovaskulären Risiko assoziiert (Faquih et al., Exposure and Health, 2024). Erkenntnisse aus der Rheinland-Studie des DZNE fließen ebenfalls in die Stellungnahme ein. Moderne Screening-Methoden zeigen zudem, dass das bestehende Monitoring die tatsächliche Vielfalt der PFAS-Welt unterschätzt (Joerss & Menger, Current Opinion in Green and Sustainable Chemistry, 2023).

Auf dieser Grundlage spricht sich die Stellungnahme für eine gruppenbasierte Regulierung von PFAS, den Ausbau des Monitorings, die Nutzung moderner tierversuchsfreier Testmethoden sowie eine klare Ausnahmeregelung für wissenschaftliche Forschung und Referenzanalytik aus.