Das globale Plastikabkommen kann gerettet werden
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So könnten festgefahrene Verhandlungen wieder Fahrt aufnehmen
In einem aktuellen Nature Comment analysieren Forschende, die zum Teil im SynCom-Projekt SPHERE aktiv sind, die Ursachen der festgefahrenen Verhandlungen um ein globales Plastikabkommen und erörtern zugleich mögliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Wiederaufnahme.
Plastikverschmutzung gehört zu den drängendsten globalen Umweltproblemen, da langlebige Kunststoffe über Grenzen hinweg verbreitet werden und langfristig Schäden an Ökosystemen und der menschlichen Gesundheit verursachen. Um dem mit internationalen Regulierungen zu begegnen, rief die United Nations Environment Assembly im März 2022 das Intergovernmental Negotiating Committee (INC) ins Leben. Trotz sechs Verhandlungsrunden über einen Zeitraum von drei Jahren gelang es den 184 Mitgliedstaaten bislang nicht, eine Einigung zu erzielen.
Internationale Umweltschutzabkommen stehen grundsätzlich vor großen Herausforderungen, da Staaten häufig unterschiedliche Positionen zu politisch sensiblen Themen vertreten. Im Fall der Plastikverschmutzung reicht das Themenspektrum von der Rohstoffgewinnung über Produktion, Handel und Nutzung bis hin zur Entsorgung. Zudem sind von Plastikverschmutzung häufig besonders jene Länder betroffen, die selbst nur wenig zu ihr beitragen. Die Autorinnen und Autoren sehen zudem konzeptionelle Schwächen im INC-Prozess: i) Eine fehlende thematische Priorisierung erschwert die Fokussierung der Debatten, ii) die geplante Ergänzung bestehender Abkommen lässt viel Interpretationsspielraum, iii) ein zu ambitionierter Zeitplan zwingt zu parallelen Verhandlungen statt zu schrittweisen Kompromissen und iv) unklare Verfahrensregeln führen dazu, dass häufig über INC-Prozesse statt über Inhalte diskutiert wird.
Zur Verbesserung empfehlen die Autorinnen und Autoren drei zentrale Änderungen:
1. Die Leitungen der Mitgliedstaaten kommen in geschlossenen Sitzungen zusammen, um wichtige Themen zu erörtern und Prioritäten festzulegen.
2. Die Orientierung an klaren Meilensteinen anstelle des überambitionierten Zeitplans, um Ressourcen und Fachkompetenzen effizienter einzusetzen.
3. Transparente Verhandlungsregeln, die Vertrauen schaffen und inhaltlichen Diskussionen mehr Raum geben.
Die Autorinnen und Autoren appellieren an die neue Vorsitzende des INC, diese Änderungen umzusetzen, damit der INC-Prozess erfolgreich fortgesetzt werden kann. Ein Erfolg des Plastikabkommens würde nicht nur einen wichtigen Schritt zum Schutz von Mensch und Umwelt bedeuten, sondern auch das Vertrauen in internationale Zusammenarbeit bei der Bewältigung globaler Herausforderungen insgesamt stärken.
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